Wolfgang Fendt ist „Il Mimo“. Seit mehr als zwanzig Jahren gehört der Memminger zur Elite der internationalen Pantomime. Am 06. November tritt der 80-jährige Meister im Haus International auf. Man sollte sich das nicht entgehen lassen – wer weiß, wie oft er noch nach Kempten kommt…
„Ich spiele Theater ohne Worte“, lautet Fendts Motto. Er kann stun denlang darüber reden, wie und warum er das macht. Wolfgang Fendt ist fit, hellwach und neugierig. Ihm zuzuhören macht genauso viel Spaß wie ihm zuzusehen. Der ehemalige Sportlehrer (41 Jahre lang im Staatsdienst) kann aus einem lebenslang angeeigneten Repertoire schöpfen.
Fitness und Bewegungstalent
„Der Mann ist ein einzigartiges Bewegungstalent“, schwärmen die, die ihn kennen. Skifahren, Tennisspielen oder Leichtathletik – ihm ist immer alles leichtgefallen. Als einer der ersten Sportler in Bayern sprang Fendt im „Fosbury-Flop“ rücklings über die Hochsprunglatte. Von der dafür nötigen Fitness zehrt er noch heute: „Meine Auf tritte sind enorm anstrengend, physisch und mental. Mal mit drei Bällen jonglieren und sich dabei Jacke und Pullover ausziehen, mal minutenlang ein unsichtbares Orchester dirigieren oder gegen einen imaginären Gegner boxen – das ist eine echte Herausforderung!“
Seine Kunst hat er ab 2003 bei der deutschen Pantomimenlegende Peter Makal in Stuttgart erlernt und auf dem Maßstäbe setzenden Pantomimenfestival in Dresden in vielen Jahren verfeinert. Die Authentizität seiner Figuren rührt wohl aus seinem Innersten her: „Ich spiele sie nicht, ich verkörpere sie!“ So hält er es immer, wenn er irgendwo auftritt. Früher als bewegungslose Statue in der Kemptener Fußgängerzone („In Memmingen hab‘ ich mich nicht getraut, weil ich Angst hatte, erkannt zu werden“), als großartig verwirrt auftretender Einsiedler Martl in der TV-Verfilmung von Kluftingers „Seegrund“-Krimi oder als Sieger beim Dirigentenwettbewerb im Gärtnerplatztheater in München.
Rolle seines Lebens
Wolfgang Fendt ist ein Spätberufener, erst mit 55 Jahren wechselte er von den Straßen auf die Bühnen dieser Welt. Seit 2006 gastiert „Il Mimo“ mit eigenem Programm in zahlreichen Städten Deutschlands. Und er mutierte von rätselhaften Wesen in silberfarbenen Gewändern und weißen Masken bis zur Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte. Als „Il Mimo“ hat der Vielseitige die Berufung seines Lebens gefunden, sie hält ihn geistig und körperlich fit. Seit Jahren bietet er Kurse an diversen Volkshochschulen an: „Da mache ich eine Einführung in die Pantomime“, erklärt der stolze Großvater zweier Oberallgäuer Mädchen. „Wer Zugang zu seinen Gefühlen hat und sich gerne bewegt, hat alle Voraussetzungen dafür.“
Mit dem 0831 gratis zum Meister
In Kempten gastiert Wolfgang Fendt am 06. November um 19 Uhr im Haus International. Im Rahmen des interkulturellen Herbstes 2026 zeigt der Altmeister seine sprachlos machende Kunst, zusammen mit dem Münchner Klavierkabarettisten und Wortakrobaten Andre Hartmann. Wir verlosen Eintrittskarten für dieses Event!
Weitere Infos: www.il-mimo.de
| Text: Lutz Bäucker, Foto: Lutz Bäucker, privat |
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