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Das Riesen-Smartphone für alle

Wer am Hildegardplatz steht und wissen möchte, wann der nächste Bus fährt, müsste bald nicht mehr zum Smartphone greifen. Eine digitale Stele verrät dort ab Anfang November nicht nur aktuelle Busverbindungen, sondern auch die Veranstaltungen des Tages, Informationen aus dem Rathaus, kulturelle Tipps und vieles mehr.

Hinter dem Projekt steckt die Idee einer vernetzten Stadt, die digitale Angebote nicht nur im Internet, sondern direkt im öffentlichen Raum verfügbar macht. Die interaktiven Informationsstelen sind Teil des Förderprogramms Modellprojekte Smart Cities und sollen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen bündeln. Geplant sind unter anderem Veranstaltungshinweise, News aus der Stadtverwaltung, digitale Stadtpläne, Daten zum öffentlichen Nahverkehr, Wetterinformationen, historische Inhalte, praktische Tipps wie die nächste Toilette und standortbezogene Inhalte.

 

Orientierung und Wissenshappen 

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem eines: Informationen sollen leichter zugänglich werden. Wer kein Smartphone besitzt oder unterwegs keine passende App zur Verfügung hat, kann die Angebote direkt vor Ort nutzen – die Stelen sind quasi Riesen Smartphones, die jeder einfach bedienen kann. Die Stadt sieht darin auch einen Beitrag zur digitalen Teilhabe. Ergänzt werden sollen die Inhalte durch kurze Erklärvideos und sogenannte Wissenshappen, die komplexe Stadt-Themen verständlich aufbereiten. 

Entwickelt wurde das Konzept von den Kemptener Smart City-Mitarbeitenden nicht im Alleingang. Bereits seit 2024 haben verschiedene Fachbereiche der Stadt, das Stadtmarketing, touristische Akteure und weitere Beteiligte gemeinsam über Inhalte und Nutzungsmöglichkeiten diskutiert. Workshops lieferten Ideen für kulturhistorische Routen, Hinweise zu Veranstaltungen, Informationen für Krisensituationen oder digitale Angebote rund um Sehenswürdigkeiten und Mobilität.

 

Drei Plätze für den Start 

Die Einführung der Stelen erfolgt schrittweise. Im ersten Ausbauschritt werden drei Standorte damit ausgestattet: der Rathausplatz, der Hildegardplatz und der Kornhausplatz. Dort soll zunächst ein technisch stabiler Erstbetrieb mit grundlegenden Informationen starten. Anschließend werden weitere Inhalte entwickelt und getestet. Im zweiten Schritt sollen neun zusätzliche Stelen folgen, unter anderem am Bahnhof, im Thingers, an der Allgäuhalle und am Wohnmobilstellplatz an der Iller. Geplant ist ein Netz aus insgesamt zwölf Standorten im Stadtgebiet.

 

3 Fragen an...

Andreas Ellinger, Smart City Projektleiter in Kempten 

1 Für wen sind die Stelen gedacht? 

Die Smarten Stelen sind für alle da, die in Kempten leben, arbeiten oder die Stadt besuchen. Sie helfen dabei, sich vor Ort zu orientieren und schnell passen de Informationen und Angebote zu finden. Damit ergänzen sie die bestehenden Informationskanäle der Stadt. 

 

2 Wer liefert die Inhalte für die Stelen und wie aktuell sind diese? 

Die Inhalte stammen aus verschiedenen Quellen, unter anderem von der Stadt Kempten und der Stadtmarketing Kempten GmbH. Vieles, wie zum Beispiel der Veranstaltungskalender der Stadt Kempten, wird über Schnittstellen automatisch übernommen und regelmäßig aktualisiert. Was nicht automatisiert eingespielt werden kann, wird redaktionell ergänzt. 

 

3 Werden die Stelen je nach Stand ort unterschiedliche Inhalte haben? 

Ja, das ist geplant. Neben Informationen für ganz Kempten soll jede Stele auch Themen aus ihrem direkten Umfeld zeigen. Am Wohnmobilstellplatz könnten das zum Beispiel touristische Hinweise sein, in den Stadtteilen eher lokale Angebote und Veranstaltungen. 

 

| Fotos: Iklas Hansjürgens, HEIDI Techno logies UG, Stadt Kempten, @ Allgäu GmbH Lena Hessenau |