Tipps fürs Wählen – was könnt ihr mit euren Stimmen machen?
Kommunalwahlen sind spannend – und ein bisschen wie ein Baukasten: Ihr habt nicht nur eine Stimme, sondern richtig viele, nämlich 44 Stück im Fall von Kempten. Damit könnt ihr richtig gestalten! Aber wie funktioniert das genau?
1. Mehr als ein Kreuz
Bei den Kommunalwahlen bekommt ihr so viele Stimmen, wie Sitze im Rat zu vergeben sind. Konkret für Kempten: 44 Sitze = 44 Stimmen. Ihr müsst sie nicht alle auf eine Liste setzen – ihr habt Wahlfreiheit.
2. Kumulieren – Stimmen stapeln
„Kumulieren“ heißt: Ihr könnt einer Person bis zu drei Stimmen geben. Wenn euch jemand besonders wichtig ist, dann packt einfach mehrere Stimmen auf diesen Namen (schreibt eine „2“ oder „3“ davor). So erhöht ihr die Chance, dass genau diese Person gewählt wird.
3. Panaschieren – bunt mischen
„Panaschieren“ bedeutet: Ihr dürft Kandidatinnen und Kandidaten aus verschiedenen Listen wählen. Ihr mögt die Umweltpolitik der Grünen, aber auch den engagierten Feuerwehrmann von der CSU? Kein Problem – mischt euch eure persönliche Wunschliste!
4. Listen ändern
Ihr könnt auch ganze Listen wählen – oder sie verändern. Und zwar, indem ihr einzelne Personen durchstreicht. Das geht allerdings nur in Kombination mit dem Ankreuzen der Liste. So erhalten alle anderen Personen der Liste eine Stimme mit Ausnahme der gestrichenen Namen.
5. Tipp: Nichts verschenken!
Wenn ihr weniger Kreuze macht als erlaubt, ist das okay – aber ungenutzte Stimmen bleiben einfach leer. Also nutzt eure Möglichkeiten, um euren künftigen Stadtrat aktiv mitzugestalten.
FAZIT: Kommunalwahlen sind die Wahlen mit den meisten Freiheiten. Ihr könnt stapeln, mischen, streichen – und so eure ganz persönliche Politik vor Ort formen. Macht Spaß, oder?
Wahl-Wissen to go
Mit Hilfe der Bundeszentrale für politische Bildung haben wir hier die beiden methodischen Highlights der Kommunalwahl nochmal genauer für euch aufgeschlüsselt:
Kumulieren
- Definition: „Kumulieren“ – vom lateinischen cumulare („anhäufen“) – bedeutet bei Wahlen, dass man einer/m Kandidierenden mehrere Stimmen geben kann.
- Beispiel:
Angenommen ihr habt noch 5 Stimmen für den Stadtrat zu vergeben (von den insgesamt 44), dann könnt ihr diese wie folgt verteilen:
- 5 verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten je 1 Stimme geben oder
- einem Kandidaten 3 Stimmen geben (kumulieren) und die restlichen 2 anders verteilen.
Panaschieren
- Definition: „Panaschieren“ stammt vom französischen panacher („bunt mischen“). Hierbei kann man seine Stimmen über Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Listen hinweg verteilen.
- Praxis: Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Parteien oder Wählergemeinschaften stehen in der Regel auf getrennten Listen – durch Panaschieren könnt ihr frei mischen und über Listen hinweg wählen.
Infos zu Wahlterminen, Wahlrecht, Stimmabgabe, Briefwahl und vielem mehr findet ihr auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration:
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