DAS KEMPTENER STADTMAGAZIN

Startup Center an der Hochschule Kempten

 

Vom Hörsaal ins Startup

Deutschlands erfolgsverwöhnte Industriezweige geraten derzeit gehörig ins Straucheln. Sie leiden unter hohen Personal- und Energiekosten, Fachkräftemangel – und manchmal fehlt auch die Innovationskraft. Darum spielen Startups mit neuen Ideen eine entscheidende Rolle fürs Wirtschaftswachstum. An der Hochschule Kempten ist das Startup Center dafür zuständig, gründungswillige Studierende auf die Erfolgsspur zu setzen. 

 

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Rund um Prof. Dr. Martin Steyer – an der Hochschule (HS) Kempten zuständig für die Bereiche Technik, Nachhaltigkeit und Innovation – hat sich ein buntes Team aus Gründungsprofis gebildet, das Studierenden und Alumni der Hochschule hilft, ihre Ideen erfolgreich zu verwirklichen. Steyer berichtet: „Aktuell befinden sich sieben Startup-Teams in den Coworking-Spaces des Startup Centers und etwa 40 Teams werden durch uns beraten.“ Ganz wichtig ist dabei der Gründungsleitfaden der HS, der in zwei zeitlich aufeinanderfolgende Phasen aufgeteilt ist. 

Einmal im Monat trifft sich das Startup-Team mit Gründerinnen und Gründern zu einem Gründerfrühstück
Einmal im Monat trifft sich das Startup-Team mit Gründerinnen und Gründern zu einem Gründerfrühstück

 

Visualisieren der Geschäftsidee

In individuellen Gesprächen analysieren Mitglieder des Beratungsteams in der ersten Phase die Bedürfnisse der Entrepreneurs und unterstützen bei der Entwicklung eines fundierten Businessplans. In einer zweiten Phase wird der oder die Gründungswillige bei der Marktanalyse, der Erstellung eines Finanzplans und dem Visualisieren seiner Geschäftsidee mittels Process Modelling unterstützt. Verlaufen die ersten beiden Phasen erfolgsversprechend, geht es wirklich in die Gründungsphase. 

Bei vielen „Mächlern" steht am Anfang häufig eine Frage im Raum: Wie lässt sich die geniale Geschäftsidee bis zur Marktreife finanzieren? Hier helfen mitunter staatliche Förderprogramme. An der HS Kempten stehen drei Finanzierungsmöglichkeiten zur Wahl: 

1. EXIST-Gründerstipendium: Unterstützt innovative Gründungsvorhaben aus Hochschulen mit einem monatlichen Stipendium, Sachmitteln und Coaching. Für den Start von technologieorientierten Ideen. 

2. EXIST-Forschungstransfer: Fördert forschungsintensive Startups in zwei Phasen mit höheren Fördersummen. Voraussetzungen: Forschungsergebnisse mit hohem Innovations- und Marktpotenzial. Für forschungsintensive Projekte mit hohem Entwicklungsaufwand. 

3. FLÜGGE-Programm: Ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Es unterstützt gründungswillige Personen an bayerischen Hochschulen beim Übergang in eine nachhaltige Unternehmensgründung.

 

Neuer Masterstudiengang „Startup Engineering“ 

Die Hochschule Kempten bietet neuerdings auch im Rahmen vom Master „Technisches Innovations- & Produktmanagement“ den separaten Masterstudiengang „Startup Engineering" an. Ganz konkret bekommen hier Studierende mit einer Geschäftsidee das Wissen, die Tools und die Unterstützung an die Hand, um aus einer Idee ein echtes Unternehmen zu machen. Mehr Infos gibt’s auf der Website der Hochschule Kempten.

 

Text und Fotos: Jörg Spielberg