„Die Konzerte haben mir einen richtigen Push gegeben“
Die Sängerin, Gitarristin und Komponistin Teresa Luna hat 2025 den Jazzfrühling-Wettbewerb gewonnen. Wir wollten die Künstlerin, deren Werke Pop, Jazz und lateinamerikanische Einflüsse zu einer spannenden Klangwelt verbinden, besser kennenlernen und haben sie deshalb nach ihrer Musik gefragt – und danach, was der Preis für sie verändert hat…
Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin leidenschaftlich und habe eine starke Verbindung zu meinen Emotionen. Das prägt meine Musik. Aufgewachsen bin ich in einer Musikerfamilie – und das Kollektive des Musizierens macht mich bis heute sehr glücklich.
Erzähl ein bisschen von deinem Hintergrund – wo kommst du her, was prägt deine Musik?
Ich wurde 1999 in Buenos Aires geboren, 2001 ist meine Familie wegen der wirtschaftlichen Krise nach Deutschland gezogen. Mein Vater ist Musiker, und auch wenn meine Eltern anfangs andere Jobs hatten, war Musik zu Hause immer präsent. Bis zur fünften Klasse war ich in Deutschland auf einer Montessori-Schule, wo wir viel musiziert haben. 2010 ging es zurück nach Buenos Aires. Ich wohnte bei meinem Vater, da meine Mutter mit meiner Schwester in Deutschland geblieben war, um uns finanziell zu unterstützen. Zum Glück fand ich schnell meinen Weg, besuchte ein Konservatorium, lernte klassische Musik – und machte gleichzeitig mein eigenes Ding. Mit 15 gründete ich meine erste Band. Wir haben einfach ausprobiert, ganz ohne Druck.
Wie kamst du dann wieder nach Deutschland?
Mit 19 bin ich eigentlich nur für einen Sommer zu meiner Mutter geflogen – und dann geblieben. Meine Schwester wollte hier studieren, die Möglichkeiten waren einfach größer. Nach einem Jahr in München bin ich nach Berlin gegangen, wo ich eine Studienvorbereitung für Musik fand. Kurz darauf kam Covid, was alles erschwert hat. Aber irgendwann habe ich die richtigen Leute getroffen und wurde am Jazz Institut Berlin angenommen. Im Moment bin ich im siebten Semester und bereite mein Abschlusskonzert im Juli vor.
Und wie bist du nach Kempten zum Jazzfrühling gekommen?
Ich habe mich für den Wettbewerb beworben. Wir wurden eingeladen, durften im Finale spielen – und haben den ersten Platz gemacht. Wir hatten sehr intensiv in voller Besetzung geprobt: Keyboard, Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang. Ich war trotzdem sehr nervös. Ich bin sehr sensibel: Wenn der Sound nicht passt, wenn ich mich nicht gut höre oder der Kontakt zum Publikum fehlt, kann ich mich schnell verkopfen. Beim Wettbewerbskonzert war es anders – wir waren als Band total verbunden – und ich habe mich auch mit dem Publikum sehr verbunden gefühlt. Das hat einfach Spaß gemacht und war ein sehr schönes Erlebnis.
Was hat dieser Sieg bedeutet, wie ging es weiter?
Danach begann die eigentliche Arbeit. Als Bandleaderin lag die ganze Organisation bei mir: Kommunikation mit den Veranstaltungsorten, Technik, Reisen – und die Abstimmung mit dem bayerischen Jazzverband. Das war fordernd, aber ich habe es geschafft. Es hat sich gelohnt, auch wenn mir die Management-Themen manchmal das Gefühl gaben, dass für die Musik weniger Zeit bleibt. Der Preis ist etwas Besonderes, weil er nicht nur Geld bringt, sondern vor allem feste Gigs. In der Jazzszene ist es schwer, überhaupt Antworten auf Anfragen zu bekommen und Termine zu sichern – jetzt waren die Konzerte gesetzt.
Wie war die Tournee?
Wir haben von Mai bis Dezember 13 Konzerte in ganz Bayern gespielt. Das hat mir einen richtigen Push gegeben und Lust gemacht, weiter live zu spielen. Einige der neuen Songs waren schon dabei.
Woran arbeitest du jetzt?
Im Moment dreht sich alles um mein Album. Ich würde gern eine Tour zum Release planen. Ob ich das allein schaffe, weiß ich noch nicht – es ist viel Arbeit ohne Management. Aber ich habe durch die Tour in Bayern viel gelernt, gute Kontakte geknüpft und mein Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht gesteigert.
Wo spielt ihr als Nächstes?
Als Nächstes habe ich einen Gig in Buenos Aires, weil ich eine Weile in Argentinien sein werde. In Deutschland spielen wir im Juli zwei Konzerte in voller Besetzung: am 16.07. in Regensburg und am 17.07. in Lindau. Davor gibt es eher Duo-Auftritte.
Weitere Infos: www.teresaluna.de