DAS KEMPTENER STADTMAGAZIN

Neue Geschäftsführerin im Haus International in Kempten

 

Happy New Start fürs Haus International

Neue Geschäftsführerin, neuer Anstrich, neuer Vorstand – alles neu? Nicht alles, aber vieles. Vor allem das soll sich ändern: Das Haus International ist die interkulturelle Begegnungsstätte in Kempten und im Allgäu und sie soll bekannter, moderner und wirkungsvoller werden.

 

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Kaum ein Ort in Kempten bietet so viele interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten wie dieser. Und er sucht seinesgleichen im Umkreis von 150 km. Zusammen mit den vielen anderen Vereinen und Initiativen in Kempten ist der Verein, der hinter dem Haus International steht, Teil eines großartigen Netzwerkes. Gemeinsam engagieren sie sich für mehr Miteinander, um die unteschiedlichen Kulturen, Sprachen, Sitten und Bräuche vorzustellen. Und nicht nur das: Kommunikation, Begegnung und Austausch sind die Zauberworte. Denn nur so können Brücken gebaut werden.

Frauengruppenporträt in südamerikanischer Tracht

Kempten kann wahrlich stolz sein auf solch ein Zentrum. Eine Googlesuche nach ähnlichen Einrichtungen im Umkreis ergibt Folgendes: In Augsburg und Ulm gibt es einen interkulturellen Park und eine Gartenanlage, in München gibt es verschiedene interkulturelle Zentren und Angebote, die sich auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren. Aber alles unter einem Dach – das ist wirklich einzigartig. Und notwendig: Eine Stadt, in der etwa 200 Nationen leben, braucht solch einen Ort. 41 % der Einwohner:innen haben einen Migrationshintergrund – Kempten ist multikulturell und multilingual und das sollen die Bewohner:innen auch erleben und erfahren dürfen.

Porträtfoto der neuen Geschäftsführerin

Seit 2003 befindet sich das Haus International nicht unweit vom Hildegardplatz in der Poststraße 22. Neue Geschäftsführerin ist seit Oktober 2025 Marlene Weiß und sie will die Öffentlichkeit den bunten und vielseitigen Charakter der Stadt Kempten spüren lassen:

„Dieses Haus soll wieder bekannt und lebendig werden und Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenbringen. Nur, wenn wir uns öffnen, informieren, austauschen und begegnen, können wir etwas bewegen und Verständnis füreinander aufbringen. Interkulturell tätig sein bedeutet: zwischen den Kulturen vermitteln.“

Wie wollen das der neue Vorstand, in dem einige in Kempten sehr bekannte Persönlichkeiten vertreten sind, und die 33-jährige Marlene Weiß in Zukunft umsetzen?

Nach und nach wird das Haus renoviert, teilweise neu gestrichen und gestaltet, Möbel werden gereinigt und saniert, denn ein Begegnungsort ist auch ein „Wohlfühlort“. Im ersten Stock befinden sich eine Küche mit einem großen Esstisch, ein voll eingerichtetes Schulzimmer und ein Kreativ-Raum für die Betreuung von Schüler:innen mit Migrationshintergrund. Diese ist schon seit der Gründung im Jahr 1983 durch die Münchner Pfarrerin Inge Nimz eine Hauptaufgabe des Hauses International. Im Moment können etwa 20 Schüler:innen der Klassen eins bis zehn betreut werden. Die Betreuungszeit ist täglich von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr. Der sich im Ruhestand befindende Lehrer Gerd Schneid freut sich, endlich individuell fördernd auf die Schülerinnen und Schüler eingehen zu können.

Im Erdgeschoss befindet sich eine weitere Küche mit einem Begegnungsraum.

„Dieser Raum muss modernisiert werden. Über drei bis vier neue Cafétische mit Stühlen würden wir uns sehr freuen, um wieder einen offenen (Sprach-)Cafébetrieb zu ermöglichen“,

verrät Marlene Weiß beim Rundgang. Ebenfalls im Erdgeschoss sind ein großer Veranstaltungssaal, die Büros, zwei weitere Schulungsräume und ein Meeting-Raum. Viele helfende Hände haben bislang die „Verschönerung“ des Hauses vorangetrieben. Auch hier setzt Marlene Weiß auf Integration: Zwei Tage lang packten 16 Jugendliche von der Städtischen Realschule tatkräftig mit an. „Das erfordert natürlich viel Geduld, mir geht es manchmal nicht schnell genug, aber ich habe ja noch andere sehr wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel die Beantragung von Drittmitteln und Fördergeldern sowie den intensiven Ausbau des interkulturellen Netzwerkes und den Aufbau von fruchtbaren Kooperationen“, berichtet die neue Geschäftsführerin. „Zum Glück ist die Stadt Kempten wieder mit einer Förderung von 110.000 Euro im Jahr 2026 dabei, so viel dürfen wir schon verraten,“ ergänzt Claudia Benz, Mitglied des neuen Vorstandes, die unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Kreative Ideen, Offenheit und Mut zum Ausprobieren bringen wieder Leben ins Haus International. So werden die Räumlichkeiten auch an externe Vereine, Gruppen und private Gesellschaften vermietet. Die gemeinsame Basis ist und bleibt der interkulturelle Gedanke. 

 

So vielfältig wird das Haus International im Moment genutzt, und es ist noch Platz für mehr:

Abbildung des Angebots des Haus International

 

Steckbrief 
Haus International:

  • Gesellschaftsform: Verein
  • 1983: Gründung durch die Münchner Pfarrerin Inge Nimz; erste Standorte: Das Wohnzimmer von Frau Nimz, dann das jetzige Künstlerhaus
  • 2003: Umzug in das denkmalgeschützte Haus in die 
    Poststraße 22
  • 212 Mitglieder
  • Seit Mai 2025: neuer Vorstand: Ilknur Altan (1. Vorsitzende), Abed Alshalaby (2. Vorsitzender), Beisitzende: Gerd Schneid, Reinhold Scharpf, Rudi Goschler, Claudia Benz, Siegfried Oberdörfer
    Seit Oktober 2025: neue Geschäftsführerin: 
    Marlene Weiß (Bachelor in Internationale Kultur- und Wirtschaftsstudien, Master in Geographie - Globaler Wandel/regionale Nachhaltigkeit)
  • Schüler:innenbetreuung unter der Leitung von Dr. Irene Schweers, weitere Mitarbeiter:innen: Mona Kambar und Gerd Schneid
  • Finanziert sich durch Fördergelder der Stadt Kempten, Spenden, Mitgliedsbeiträge, Drittmittel, Einnahmen

Weitere Infos unter: 
www.hausinternational.de

 

Text, oberes Foto, Abbildung: Heike Stix; Porträtfoto: R. Lienert