Ein starkes Ärzteteam für Kempten
Dr. Christian Hart kehrt zurück und baut die Tumorchirurgie weiter aus
Wenn Dr. Christian Hart über seinen Beruf spricht, dann merkt man schnell, dass Chirurgie für ihn weit mehr ist als ein technisches Handwerk. Es ist Präzision, Verantwortung – und ein Bereich der Medizin, in dem moderne Verfahren heute echten Unterschied machen können. Seit Oktober 2025 ist Hart neuer Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie am Klinikum Kempten. Für viele ist es eine Rückkehr: Schon früher hat er hier Spuren hinterlassen.
Bevor er als Chefarzt nach Ottobeuren wechselte, war Dr. Hart Oberarzt und Zentrumskoordinator in Kempten. In dieser Zeit gründete er gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Büchler das Darmkrebszentrum, koordinierte dessen Zertifizierung und machte es innerhalb kurzer Zeit zu einem der größten Zentren dieser Art in Deutschland. Auch die Einführung des robotisch assistierten Operierens mit dem da Vinci-System begleitete er damals maßgeblich mit – eine Technologie, die inzwischen aus der modernen Tumorchirurgie kaum mehr wegzudenken ist.
Nach drei Jahren in Ottobeuren bringt Hart nun weiterentwickelte Expertise nach Kempten zurück. Dort baute er die robotische Darmchirurgie intensiv aus und führte die Klinik in kurzer Zeit zur Zertifizierungsreife für ein eigenes Darmkrebszentrum. Durch die nun beschlossene Neuausrichtung des Klinikverbunds wurde diese Zertifizierung zwar nicht mehr vollständig umgesetzt – die fachliche Entwicklung dahinter aber bleibt ein Gewinn für die gesamte Region. Denn dieses Wissen nimmt Hart mit nach Kempten.
Neun zertifizierte Organkrebszentren
Ein wichtiger Baustein für die Patientenversorgung in der Region ist dabei das Onkologische Zentrum / Cancer Center Kempten-Allgäu (CCKA). Unter seinem Dach sind inzwischen neun zertifizierte Organkrebszentren vereint – eines davon ist das Darmkrebszentrum, das Dr. Hart damals mitbegründete. Das Netzwerk sorgt dafür, dass Diagnostik, Therapie und Nachsorge eng verzahnt ablaufen und Patientinnen und Patienten wohnortnah Zugang zu Behandlungen auf höchstem fachlichem Niveau haben. Mit Harts Rückkehr wird dieser Verbund künftig noch stärker durch die Weiterentwicklung der viszeralchirurgischen Schwerpunkte profitieren.
Darmkrebs: Vorsorge ist entscheidend
Darmkrebs gehört nach wie vor zu den häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Zugleich ist er einer der Tumoren, die sich am besten früh erkennen und erfolgreich behandeln lassen – vorausgesetzt, die Vorsorge wird wahrgenommen. Bis aus einem unauffälligen Polypen ein Tumor entsteht, vergehen oft zehn Jahre. Symptome treten meist erst spät auf, weshalb der Darmspiegelung eine so zentrale Rolle zukommt. Werden Tumoren entdeckt, lassen sie sich heute in den meisten Fällen minimal-invasiv entfernen. Gerade in der Kombination aus robotischer Präzision, schonender Schnittführung und interdisziplinärer Zusammenarbeit liegt ein großer Fortschritt der modernen Medizin.
Genau hier setzt das Klinikum Kempten künftig noch stärker an. Hart wird gemeinsam mit Dr. Hans Heller, seit vielen Jahren leitender Oberarzt und kommissarischer Leiter der Oberbauchchirurgie, die Tumorchirurgie an Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse weiter ausbauen. Dr. Heller gilt als einer der erfahrensten Oberbauchchirurgen der Region. Zusammen bilden beide ein Team, das fachlich wie menschlich hervorragend harmoniert.
Bis Ende Januar bleibt Dr. Hart noch parallel Chefarzt in Ottobeuren, um einen geordneten Übergang sicherzustellen. Ab Februar konzentriert er sich vollständig auf Kempten, wird jedoch weiterhin wöchentliche Sprechstunden in Ottobeuren anbieten – ein Service, der den Patientinnen und Patienten im Unterallgäu erhalten bleibt und kurze Wege ermöglicht.
Tumorchirurgie in Kempten weiter gestärkt
Für die Region bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Die Tumorchirurgie in Kempten wird weiter gestärkt – durch moderne Technik, viel Erfahrung und ein Team, das seit Jahren eng zusammenarbeitet. „Darmkrebs ist eine Erkrankung, bei der Vorsorge und moderne Behandlungswege enorm viel bewirken können“, sagt Hart. „Dass wir diese Möglichkeiten hier in Kempten gemeinsam weiter ausbauen können, ist eine große Chance – für uns als Team und für die Menschen, die wir behandeln.“
Fotos: Klinikum Kempten