Direkt zum Inhalt

Festival der Zukünfte: Zukunftsfest am Donnerstag


Wie wollen wir in Zukunft leben, wirtschaften und unsere Gesellschaft gestalten? Das „Festival der Zukünfte“ (09. bis 16. Mai) stellt diese Fragen in unserer Region und lädt dazu ein, Antworten nicht nur zu hören, sondern gemeinsam zu entwickeln. Mit einem Symposium, einem Zukunftsfest und zahlreichen Aktionstagen entsteht ein lebendiger Raum für Austausch, Inspiration und konkretes Handeln. Hier haben wir alle Veranstaltungen für euch zusammengetragen. Plant doch gleich mal die nächsten Tage, damit ihr auf dem Schirm habt, was ihr nicht verpassen wollt! Falls euch diese Termin-Ansicht nicht gefällt, einfach rechts eine andere auswählen, z.B. "Fliese".

Am Anfang steht das Symposium am 09. und 10. Mai, welches als ein Herzstück des Festivals visionäre Impulse mit praktischen Perspektiven verbindet. Hochkarätige Referent:innen diskutieren zentrale Zukunftsfragen: Wie kann die Zukunft einer gesunden Landwirtschaft und einer krisenresilienten Wirtschaft aussehen, die zudem dem Gemeinwohl dient? Welche Formen von Demokratie brauchen wir morgen? Wie können wir ökologische und soziale Herausforderungen gemeinsam meistern? Welche Auswege finden wir aus sozialer Ungerechtigkeit und was braucht eine friedliche Gesellschaft? Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu den hochkarätigen Referentinnen und Referenten zu ermöglichen, findet das Festival auf der Basis solidarischer Eintrittspreise statt (Eintrittspreis nach Selbsteinschätzung). 

Neue Formen der (Land-)Wirtschaft und Demokratie

Neben dem alternativen Nobelpreisträger Helmy Abouleish und Dr. Anita Idel, die zu regenerativer Landwirtschaft referieren, ist Christian Felber, Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie, mit seinem Vortrag „Von der Gemeinwohlökonomie zur souveränen Demokratie“ einer der renommierten Impulsgeber. 

Solidarität und soziale Gerechtigkeit

Von Thomas Hanns Vortrag über Genossenschaften als Modelle für kooperatives Wirtschaften spannt sich der Bogen am Samstag hin zu drängenden Fragen der sozialen Gerechtigkeit, welche von der einflussreichen Soziologin und Bestsellerautorin Emilia Roig hoch spannend diskutiert werden. 

Weibliche Kraft – Muttertag mal anders

Heide Göttner-Abendroth, weltweit führende Expertin der Matriarchatsforschung und die Filmemacherinnen Uscha Madeisky und Dagmar Margotsdotter geben am Sonntag Einblicke in matriarchale Kulturen rund um den Globus und machen sichtbar, wie dort soziale Balance, Friedfertigkeit und echte Gleichwertigkeit praktisch verwirklicht werden. 

Das Symposium ist erst der Anfang!

Noch nie haben sich so viele Akteure aus ehrenamtlichen Initiativen, Wirtschaft und Öffentlichkeit zusammengetan, um gemeinsam zu zeigen: Es geht auch anders! Besonders deutlich wird das während der Aktionstage, die von Montag bis Samstag, 11. bis 16. Mai, auf das Symposium folgen. Dabei werden regionale Initiativen, Unternehmen wie die Backstube Zwei Schwestern oder der Zweckverband Abfallwirtschaft Kempten (ZAK), Kulturvereine, Schulklassen, Naturschutzorganisationen sowie Regionalgruppen unter anderem von Greenpeace, Omas For Future, Health For Future, Fridays For Future, Gemeinwohl Ökonomie Regionalgruppe Allgäu etc. ihre Arbeit und Projekte vorstellen. Sie wollen damit Begeisterung wecken und zum Unterstützen anregen. Die Aktionstage zeigen die Vielfalt lokalen Engagements: Infoveranstaltungen, Vorträge, Workshops, Exkursionen, offene Werkstätten und Diskussionsrunden in Kempten und Umgebung laden zum Mitmachen ein. 

Zukunftsfest – Feiern, Staunen, Vernetzen

Am Donnerstag, 14. Mai, steht ein weiteres Highlight auf dem Programm: das Zukunftsfest. Es findet im Außenbereich der Allgäuhalle statt, wo sich Zukunft ganz unmittelbar erleben und feiern lässt: mit kreativen Info- und Aktionsständen, Musik, Theater, Performance, Handwerk, Bio-Kulinarik und regionaler Kultur für alle Generationen auf dem Markt der Möglichkeiten. Das Festival der Zukünfte macht Mut, neue Wege zu denken – und sie gemeinsam zu gehen. 
PS: Es werden noch Helfer für die Festivaltage gesucht!
 

Christian Felber

3 Fragen an...

Christian Felber, Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie
  1. Für die Neulinge unter uns: Was verstehst du unter „Gemeinwohl-Ökonomie“?
    Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein Wirtschaftsmodell, das wirtschaftliches Handeln konsequent am Gemeinwohl ausrichtet. Produktion, Dienstleistungen, Handel und Finanzierung sollen nicht primär Gewinninteressen dienen, sondern dem Wohl aller Menschen, Tiere und Pflanzen sowie künftiger Generationen. Geld und Kapital gelten dabei als notwendige Mittel, nicht als Ziel. Da es bislang kein umfassendes Gemeinwohl-Produkt zur Messung des gesamtwirtschaftlichen Erfolgs gibt, misst die praktische Gemeinwohl-Bilanz der GWÖ, die bereits von rund 1.500 Unternehmen erstellt wird, die Werte Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Demokratie. Je stärker Unternehmen diese Werte leben, desto mehr Vorteile sollen sie im Wirtschaftssystem erhalten.
     
  2. Ein weiteres Schlagwort aus der Ankündigung deines Vortrags ist „Souveräne Demokratie“ als „Zwillingsschwester“ der Gemeinwohl-Ökonomie. Was ist das Besondere an dieser Art von Demokratie?
    Der Begriff „Souveräne Demokratie“ ist eigentlich doppelt gemoppelt, denn Demokratie bedeutet bereits Volksherrschaft. Sie ist jedoch noch nicht voll ausgereift. In Deutschland legt zwar das Grundgesetz fest, dass alle Macht vom Volk ausgeht, doch auf Bundesebene fehlt bis heute eine konkrete Regelung für Volksabstimmungen. Direkte Demokratie existiert nur auf kommunaler und Landesebene – anders als etwa in der Schweiz. Für eine lebendige Demokratie braucht es daher verschiedene Instrumente: Volksabstimmungen für klar umrissene Fragen, Bürger:innenräte für komplexe Themen und Konvente für größere gesellschaftliche Reformen. Die demokratischen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.
     
  3. Wie könnte es gelingen, dass Alternativen zu den aktuellen Wirtschafts- und Politikkonzepten Chancen auf Umsetzung erlangen?
    Alternativen zu bestehenden Wirtschafts- und Politikkonzepten haben bessere Umsetzungschancen, wenn das Initiativrecht bei der Bevölkerung liegt. Eine souveräne Demokratie ermöglicht nicht nur politische Veränderungen, sondern auch Weiterentwicklungen des Systems selbst, etwa durch verfassungsrechtlich verankerte Bürger:innenräte und verbindliche Volksabstimmungen. Voraussetzung dafür sind politische Bildung von klein auf, inklusive neuer Entscheidungsverfahren, sowie Medien als öffentliches Gut: unabhängig, entpolarisierend und ohne übermäßige Machtkonzentration. Eine weitere Lehre aus der Pandemie ist die Bedeutung eines respektvollen, gewaltfreien Diskurses. 

 

Das ganze Programm: www.festival-der-zukuenfte-de