Seit 1935 gehört das Musikhaus Rimmel zu Kempten. Am 10. Oktober feiert das Traditionsunternehmen Geschichte und Zukunft gleichermaßen und enthüllt im Rahmen eines Aktionstags ein neues Logo und einen überarbeiteten Markenauftritt. Für Geschäftsführer Klaus Ambrosch ist das die sichtbare Fortsetzung einer Entwicklung, die schon lange läuft: Rimmel hat sich als hochwertiges Gitarrenhaus, Ort für feine Konzerte und Community für gelebte Musik etabliert.
Wenn Klaus Ambrosch über den anstehenden Relaunch spricht, beginnt er mit dem Thema Geschichte. Denn die gehört für ihn untrennbar zu Rimmel: „Das neue Logo schaut nach vorne, honoriert aber auch unsere Historie“, sagt er. Und die beginnt 1935 in Kempten. Damals eröffnete Karl Rimmel, der eigentlich Schlagzeuge samt Zubehör in einer eigenen Werkstatt baute, sein erstes Ladengeschäft. Um genau zu sein, war es eher eine Mitnutzung: Seine Frau hatte gegenüber vom Zumsteinhaus eine Zigarrenhandlung, und er stellte ein paar seiner Lieblingsinstrumente – Akkordeons und Ziehharmonikas – in deren Schaufenster.
Akkordeon im Schaufenster
„Ich habe mich intensiv mit unserer Unternehmensgeschichte beschäftigt“, berichtet Klaus. „Es gab da so ein paar Kartons und Kisten, quasi ein Mini-Firmenarchiv, und das habe ich gründlich und mit viel Freude durchforstet.“ Einige der alten Bilder, Dokumente und Logos sollen künftig an einer „History Wall“ in den aktuellen Verkaufsräumen zu sehen sein. Auf den Fotos lässt sich nachvollziehen, wie aus der Ziehharmonika-Präsentation nach und nach ein Musikgeschäft entstand. Zunächst in der Linggstraße neben dem Lyzeum angesiedelt, zog es in den 1980er-Jahren ein paar Ecken weiter in den damals hoch modernen Illerkauf.
Geschichte über vier Generationen
Das war die Zeit, als Franz Ambrosch den Laden übernahm. Er war als Kriegsflüchtling ins Allgäu gekommen und hatte bei Rimmel Arbeit gefunden als Akkordeonstimmer und -reparateur. Damals noch ohne elektronische Stimmgeräte, dafür mit viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einem guten Gehör. Da Karl Rimmel keinen Nachfolger innerhalb der Familie hatte, übergab er sein Lebenswerk an Franz und dessen Sohn Manfred. „Mein Vater hat damals seine Leidenschaft für die Gitarre entdeckt“, erzählt Ambrosch. Mit dieser Leidenschaft veränderte sich der Laden. Die Gitarre rückte immer stärker ins Zentrum und wurde zu dem Instrument, mit dem viele Musikerinnen und Musiker das Musikhaus Rimmel bis heute verbinden.
Nach dem Tod des Großvaters führte Klaus Ambroschs Vater das Geschäft alleine weiter, baute den Ruf als Gitarrenspezialist konsequent aus und setzte schon damals auf Qualität aus Deutschland statt auf Importe aus den USA oder China. Klaus selbst hatte ursprünglich nicht vor, einmal Geschäftsführer zu werden. „Ich habe eigentlich eher aus Zufall im Laden angefangen“, erinnert er sich. Während seines Zivildienstes suchte er eine Beschäftigung und half im Familienbetrieb aus. Was zunächst nach einem Nebenjob aussah, entwickelte sich schnell weiter. Er kümmerte sich um die erste Homepage, brachte Marketingideen ein und stellte fest, dass die Zusammenarbeit mit seinem Vater erstaunlich gut funktionierte.
2010 folgte ein entscheidender Schritt: Der Umzug vom Rathausplatz in die heutigen Räume in der Poststraße, wo ebenerdig in großen, modernen, aber angenehm unterteilten Räumlichkeiten Platz für jede Menge Instrumente und für das Spielen dieser Instrumente ist. Gleichzeitig wandelte sich das Konzept des Hauses: „Wir sind weggekommen von dem Gedanken, alles anbieten zu müssen und haben einige Sortimentsbereiche gestrichen. Stattdessen wollten wir das, was wir machen, richtig gut machen.“ Das bedeutet: Mehr Gitarren, mehr Qualität, mehr Beratung. Eine Werkstatt, in der Gitarren gerettet und optimiert werden. Und dazu immer mehr Veranstaltungen, Workshops und Begegnungen.
Weniger Hemden, mehr Flip-Flops
Als Klaus Ambrosch 2020 nach dem Tod seines Vaters die alleinige Verantwortung übernahm, begann eine weitere Veränderung. Nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. „Der Laden ist lässiger geworden. Weniger Hemden, mehr Flip-Flops“, sagt er. Gemeint ist damit weit mehr als Kleidung. Heute versteht sich Rimmel nicht nur als Fachgeschäft, sondern auch als Community. Als Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Musik machen und sich austauschen.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Singer-Songwriter-Frühstück, das jeden ersten Samstag im Monat stattfindet. Musikerinnen und Musiker treffen sich, lernen sich kennen, tauschen Ideen aus und präsentieren ihre Songs auf der offenen Bühne. Dazu kommen Ladenkonzerte, Workshops und neue Formate. Besonders stolz ist Ambrosch auf den in diesem Sommer erstmals angebotenen Gitarrenurlaub auf der Köpfle Alpe. Dort verbindet sich hochwertiger Unterricht mit regionaler Kulinarik, Wellness, Naturerlebnis und Gemeinschaft. Musik wird nicht nur gelernt, sondern gelebt. Genau darum geht es auch beim neuen Markenauftritt.
Logo-Enthüllung und Aktionen am 10.10.
„Ab dem 10. Oktober machen wir nicht plötzlich alles anders“, betont Ambrosch. „Das Logo zieht einfach mit dem Wandel mit, der längst da ist.“ Es ist etwas weniger klassisch als bisher, etwas mutiger und deutlich näher an dem, was Kunden erleben, wenn sie den Laden betreten. Und – so viel lässt sich schon verraten: Das Logo sieht extrem cool aus, sowohl in Farbe als auch in SchwarzWeiß. „Meine Mitarbeiter sind schon alle ganz heiß drauf, sie wollen alle Shirts und Caps. Da ich persönlich total auf Merch-Artikel stehe, wird es jede Menge davon geben, für die Mitarbeiter, aber auch für unsere Kunden und Fans.“ Neugierige können sich am Aktionstag, dem 10. Oktober, den „neuen“ Rimmel anschauen und Spaß bei der Reveal Party haben. Auch in den Wochen danach wird es spezielle Aktionen, Rabatte und Veranstaltungen geben. Es lohnt sich, auf der neuen Rimmel-Website vorbeizuschauen, um mehr Details zu erfahren:
Text: Anke Roser, Fotos: Musik Rimmel
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