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Kinderlieder-Duo aus Leidenschaft

jamuk – was bedeutet das? Der Name klingt positiv, bejahend. Er klingt niedlich, nach kleinem Muck oder Pumuckl. Er ist leicht zu schreiben und beinhaltet nur Buchstaben, die in den Namen Maike oder Jürgen vorkommen (Ü-Punkte zählen nicht!). Lustigerweise ist er auch der Name eines persischen 87-Seelen-Dorfs. Vor allem aber steht er für die selbstgeschriebene, handgemachte Kindermusik der Kemptenerinnen Maike und Jürgen Brunner. Ihr neuester kreativer Schachzug: Im September kommt das erste jamuk-Musikvideo auf den Markt.

Wie sie da so sitzen, sich manchmal gegenseitig vor lauter Eifer ins Wort fallen, sich aber auch begeistert und andächtig zuhören, merkt man sofort: Hier hat man es mit zwei Menschen zu tun, die sehr gut harmonieren und sich irre gut ergänzen. Ihre Anekdoten bestätigen den Eindruck: Jürgen, der kreative Geist, schreibt einen Song nach dem anderen und würde die meisten halbfertig in der Schublade verstauben lassen, wenn sich Maike nicht regelmäßig seine Werke schnappen würde. „Maike ist die Lektorin und die Mitkreative in dem Sinne, dass sie meine Ideen konserviert und mir die Bestätigung gibt, daran weiterzuarbeiten“, sagt Jürgen.
 

Kompositionen für die Nichten

Maike und Jürgen Brunner – das ist das Duo „jamuk“. Anfang 2021 gegründet, hatten die beiden zunächst nur innerfamiliäre Aufträge: Ein Lied zum Geburtstag der Nichte, ein Lied zu Weihnachten. Doch bald wollten die Beschenkten ihre Geschenke zeigen, hören lassen. Und drängten die Schenkenden damit zum nächsten Schritt: dem Weg ins Tonstudio. „Wir hatten beschlossen ein Lied zu produzieren und sind zu unserem Freund Tom Hauser nach Hopferau gefahren, der dort die Plattenfirma ,dreamsheltermusic‘ hat. An Weihnachten 2021 war der Song fertig. „Das war das größte Weihnachtsgeschenk, das wir uns selbst machen konnten“, berichtet Maike.

„Schon am darauffolgenden Valentinstag haben wir ein Lied über das Verliebtsein veröffentlicht, an Ostern dann ein Osterlied“, erzählt Jürgen. „Und dann kam der Kumpel aus dem Tonstudio mit unserem ersten Auftrag um die Ecke: einem Auftritt beim Sommerfest einer großen Firma in der Region.“ Während Jürgen, der ausgebildeter Schauspieler und praktisch schon immer Gitarrist ist, jahrelang mit Formationen wie der Partyband „Bergluft“ auf Bühnen gestanden hatte, war es für Maike der erste Auftritt – der süchtig gemacht hat nach mehr.
 

16 Lieder und Geschichten

16 Lieder sind mittlerweile entstanden. Und die Buchungen für Feste und Konzerte haben sich jedes Jahr verdoppelt. Bis Maike, die eigentlich im Büro einer Zimmerei arbeitet und Jürgen, der eigentlich in einem Musikgeschäft tätig ist, die Reißleine zogen und beschlossen, dass es für 2026 erstmal eine Obergrenze geben muss. Etwa 25 Konzerte werden es am Ende dieses Jahres gewesen sein – nicht nur im Allgäu, sondern auch in Mainz oder München. „Das Ganze ist auf jeden Fall sehr viel mehr als ein Hobby“, sagt Maike, die Macherin, die sich um Website, Aufkleber und andere Merch-Produkte und die Konzertanfragen kümmert. Jürgen seinerseits, der Lieder schreibt, seit der 13 ist, sorgt für Nachschub auf dem Kompositionsfeld – zuletzt ist im Juli der Song „Goodie Goodie Goodbye“ als Abschiedslied für die Grundschullehrerinnen der ältesten Nichte entstanden. Nebenher führt er Buch: Am 16. August hat jamuk auf der Allgäuer Festwoche das 100. Konzert gespielt!
 

Musikvideo mit Johnny Checker

Rund um dieses Jubiläum erscheint auch der neueste Clou von jamuk: das erste Musikvideo. Gezeichnet und produziert vom selben Grafiker und Freund Sebastian Linke, der auch die Cover der Lieder macht – und dabei stets heimlich kleine Botschaften und Figuren aus anderen Songs unterbringt. „Wir haben einen tanzbaren Remix unseres Traktorfahrer-Lieds ,Johnny Checker‘ gemacht, und dazu ist das Video entstanden. Es wird ab dem 18. September auf unserem YouTube-Kanal zu sehen sein“, sagt Jürgen.
 

Austropop als aktuelles Projekt

Neben all ihren Ideen für jamuk fangen Maike und Jürgen gerade an sich auf alte Wurzeln zu besinnen: Jürgen, der eigentlich aus der Steiermark kommt, hat schon lange eine Vorliebe für Austropop, die er in Zukunft wieder stärker ausleben möchte. Und auch hier fängt es schon wieder an wie bei jamuk: Er schreibt, zweifelt, verwirft, zerknüllt. Maike durchforstet Schubladen und Mülleimer, lässt sich Ideen vorspielen und wählt zielsicher aus, was sich lohnt weiterzuverfolgen. Und das ist ganz schön viel. Jürgen denkt gerade darüber nach, mal ein erstes kleines Konzert zusammenzustellen. Vielleicht bei seinem Arbeitgeber, dem Musikhaus Rimmel. Wer weiß? Es lohnt sich, aufmerksam zu bleiben.

Weitere Informationen: www.jamuk.de

 

Text: Anke Roser, Bilder: jamuk, Maike und Jürgen Brunner