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25 Jahre Bio mit Heimatgefühl

14 Meter Frischetheke und mehr als 10.000 Produkte von Bio-Pionieren und kleinen regionalen Manufakturen – das ist PurNatur. Seit mittlerweile 25 Jahren bietet der Naturkostladen, der zur Bahnhof-Apotheke gehört, Lebensmittel aller Art, Naturkosmetik, Haushaltsprodukte und sogar Tiernahrung in Bio-Qualität. Das Jubiläum wird am 10. Oktober mit einem Verkostungstag gefeiert. Was die Gäste dabei erwartet, was den Laden und seine Beschäftigten auszeichnet und wie sie selbst zur PurNatur-Familie kam – darüber haben wir mit Marktleiterin Doris Rogg gesprochen.

  • Wie bist du zu PurNatur gekommen?
    Ich komme ursprünglich aus dem Allgäu, war aber viele Jahre mit meinem Partner in der Welt unterwegs. Wir haben in England, Kanada und Australien gelebt und gearbeitet, bevor wir vor zehn Jahren beschlossen haben, wieder nach Hause zu kommen. Unsere erste Arbeitsstelle war damals bei PurNatur – und hier sind wir noch immer. Mein Lebensgefährte ist hier inzwischen der Küchenchef, ich habe ziemlich schnell die Bistroleitung übernommen. Vor fünf Jahren, als die damalige Chefin aus gesundheitlichen Gründen ausschied, wurde mir die Leitung des gesamten Marktes angeboten. Obwohl mein Hintergrund eher in der Gastronomie liegt, bin ich dank eines tollen Teams längst auch im Handelsbereich zuhause. Rückblickend bin ich sehr froh über diesen Weg: Aus einem Job ist für mich ein echtes Zuhause geworden.
     
  • Was ist das Besondere daran, hier zu arbeiten?
    Das Besondere sind für mich ganz klar die Menschen. Wir sind hier mit Küche, Backstube, Konditorei und allen Aushilfen rund 70 Personen, die sehr eng zusammenarbeiten. Natürlich gibt es Hierarchien, aber im Alltag begegnen wir uns auf Augenhöhe, egal in welcher Position jemand arbeitet. Ich finde, wir haben eine sehr offene, wertschätzende Kommunikationskultur, die wir mit entsprechenden Schulungen regelmäßig fördern. Gleichzeitig darf der Spaß nicht zu kurz kommen, wir lachen sehr viel. Denn wenn man acht Stunden am Tag in der Arbeit verbringt, sollte man gerne dort sein. Genau dieses Gefühl habe ich hier. Deshalb sind viele Mitarbeitende schon seit vielen Jahren mit an Bord – und viele Kundinnen und Kunden auch.
     
  • Was sind die größten Herausforderungen?
    Die größte Herausforderung ist sicher der Preisdruck. Wenn Menschen das Gefühl haben sparen zu müssen, fangen sie in Deutschland nicht beim Auto oder Urlaub an, sondern in den meisten Fällen bei den Lebensmitteln. Als ästhetisch und hochwertig ausgestatteter Bioladen werden wir dabei schnell als teuer wahrgenommen. Und natürlich gibt es bei uns besondere Produkte im Premiumsegment, die richtig hochpreisig sind – aber genauso auch viele Angebote, bei denen wir preislich mit dem Bio-Sortiment klassischer Supermärkte locker mithalten können. Gleichzeitig investieren wir bewusst in gute Mitarbeitende und persönliche Beratung. Bei uns findet man fast immer jemanden, der sich mit einem Thema auskennt oder an die richtige Kollegin weitervermitteln kann. Das ist eine andere Art einzukaufen als im Discounter, die einen Preis, aber auch einen Wert hat.
     
  • Ihr habt auch eine Eigenmarke mit eingekochten Produkten. Was genau bietet ihr da an?
    Die Idee zu PurAllgäu entstand ursprünglich im Bistro. Wir haben uns gefragt, wie sich überschüssige Portionen sinnvoll verwerten lassen, und sind so auf das Einkochen gekommen. Aus dieser Idee ist inzwischen eine eigene Produktlinie geworden. Heute umfasst sie rund 20 Produkte, die speziell dafür hergestellt werden: von Bolognese und Chili con Carne, jeweils auch in vegetarischen Varianten, über verschiedene Suppen bis hin zu Lupinen- oder Putengeschnetzeltem. Dazu kommen unsere hausgemachten Nussmuse, die ohne Zuckerzusatz auskommen, ergänzt um kreative Sorten mit Himbeere oder weißer Schokolade.
     
  • Wie viele Lieferanten habt ihr? Und wie kommt ihr an diese Lieferanten?
    Neben zwei großen Bio-Großhändlern arbeiten wir mit einer Vielzahl kleiner regionaler Lieferanten zusammen – insgesamt dürften es etwa 80 bis 100 sein. Gerade diese Partnerschaften machen PurNatur aus. Viele Standardprodukte bekommt man in jedem Biomarkt, wir möchten darüber hinaus aber auch besondere Nischen besetzen und Produkte anbieten, die eng mit dem Allgäu verbunden sind. Deshalb beziehen wir beispielsweise Käse von Sennalpen, Wildspezialitäten aus Bad Hindelang oder Schokolade von regionalen Manufakturen. Neue Lieferanten finden wir über Empfehlungen von Kundinnen und Kunden, durch direkte Anfragen der Hersteller oder ganz gezielt, wenn wir merken, dass uns in einem Bereich noch etwas fehlt. Diesen regionalen Fokus wollen wir künftig sogar noch weiter ausbauen.
     
  • Ihr macht auch Weinverkostungen – wie oft und mit welchen Schwerpunkten?
    Weinverkostungen gehören schon seit vielen Jahren zu unserem Angebot und finden alle zwei Wochen statt. Jede Veranstaltung steht unter einem eigenen Thema und wird von einem passenden Drei-Gänge-Menü aus unserer Küche begleitet. Dazu werden sechs europäische Weine verkostet, die von einem Sommelier vorgestellt werden. Die Abende sind bewusst locker gehalten: Man erfährt einiges über die Weine, kann aber vor allem einfach genießen. Besonders schön finde ich, dass unsere Köche dabei zeigen können, was kulinarisch alles in ihnen steckt. Das Angebot kommt so gut an, dass viele Termine lange im Voraus ausgebucht sind.
     
  • Im Rahmen eures Herbstfestes im Oktober feiert ihr das Jubiläum. Was erwartet die Kundinnen und Kunden an diesem Tag?
    Unser Herbstfest gibt es jedes Jahr, aber zum Jubiläum wird es natürlich noch etwas größer. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf zahlreiche Verkostungen freuen und viele unserer langjährigen Lieferanten persönlich kennenlernen. Das ist eine schöne Gelegenheit, die Menschen hinter den Produkten zu treffen, Fragen zu stellen und Neues auszuprobieren. Gerade bei besonderen Spezialitäten merkt man oft erst beim Probieren, was sie auszeichnet. Ein gutes Beispiel ist etwa ein Dattel-Schoko-Aufstrich einer regionalen Manufaktur: Das Glas ist nicht günstig, aber wer ihn einmal probiert hat, versteht sofort, warum. Man kann ihn wie eine Süßigkeit löffeln und hat sehr lange etwas davon. Solche Entdeckungen machen diese Tage für unsere Kundinnen und Kunden immer besonders – und wir lieben sie auch, selbst wenn wir im Bistro dann weniger verkaufen, weil alle vom Probieren schon so satt sind!
     

Nachhaltigkeit bei PurNatur

Unter dem Motto „return, reuse, recycle“ wird Einwegverpackung soweit wie möglich vermieden:

  • Unverpacktstation für Nudeln, Getreide und Nüsse
  • Unverpacktstation für Wasch- und Reinigungsmittel
  • To-go-Gerichte in der REBOWL-Mehrwegschale
  • Eigenes Pfandsystem für die Hausmarke PurAllgäu  

www.purnatur-kempten.de

 

Text: Anke Roser, Fotos: Sarah Erhardt, PurNatur