Der Herbst lädt dazu ein, die Natur noch einmal in vollen Zügen zu genießen, bevor der Winter Einzug hält. Gerade Familien wissen: Jetzt ist die Zeit der gemütlichen Nachmittage, der warmen Getränke nach einem Spaziergang und der gemeinsamen Erlebnisse draußen. Dabei muss man gar nicht weit fahren. Rund um Kempten warten zahlreiche Ausflugsziele, die Abenteuer, Bewegung und Natur perfekt miteinander verbinden. Der Allgäu FamilyGuide kennt sie alle und wird den 0831-Leserinnen und Lesern künftig regelmäßig ausgewählte Tipps präsentieren.
Das Freizeitportal Allgäu FamilyGuide (all-familyguide.de) hat sich in den vergangenen Jahren zur größten Informationsplattform für Familien im Allgäu entwickelt. Ob spontane Nachmittagsausflüge oder die Planung des nächsten Wochenendes – der FamilyGuide bietet Inspiration und persönlich getestete Ausflüge für jede Jahreszeit und jedes Wetter. Gerade im Herbst lohnt sich ein Blick in das Portal, denn im Erlebnis-Navigator lassen sich die Ausflüge auch nach „Schlechtwetter“ oder „Natur pur“ filtern.
Kastanien-Hotspots
Kaum etwas gehört so sehr zum Herbst wie selbst gebastelte Kastanientiere. Mitten in Kempten liegt einer der schönsten Orte für einen gemütlichen Herbstspaziergang und das Sammeln von Kastanien: der Hofgarten. Sobald die ersten Blätter fallen, verwandelt sich die historische Parkanlage in ein buntes Farbenmeer. Zwischen den alten Bäumen entdecken Kinder überall glänzende Kastanien, die nur darauf warten, eingesammelt zu werden. Der Hofgarten eignet sich außerdem hervorragend für Familien mit Kinderwägen oder Laufrädern. Viele Familien verbinden den Besuch im Hofgarten mit einem Stadtbummel, dem Besuch der Bibliothek oder einer Einkehr in der Innenstadt. Am Mittwoch und Samstag ist der Kemptener Wochenmarkt direkt ums Eck.
Der wohl schönste Kastaniensammelplatz Kemptens befindet sich am Illerdamm. Dort warten nicht nur unzählige Kastanien, sondern auch einer der beliebtesten Spielplätze der Stadt sowie ein großer Skatepark. Der Skateplatz bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, neue Tricks zu lernen und gemeinsam aktiv zu sein. Gerade für Familien ist der Platz spannend, weil unterschiedliche Altersgruppen auf ihre Kosten kommen. Und wer eine Pause vom Rollen braucht, findet gleich nebenan den Spielplatz am Illerdamm. Eine große Wiese kann als Bolz- und Picknickplatz genutzt werden.
Ein Besuch am Wildgehege
Doch Kastanien können noch viel mehr. Sie dienen nicht nur als Bastelmaterial, sondern werden häufig auch als Futter für Wildtiere gesammelt – dabei bitte immer die Hinweise vor Ort beachten. Eine besonders schöne Möglichkeit, seine unzähligen Kastanien loszuwerden, ist der Besuch eines Rehgeheges, beispielsweise am Ortsrand von Lenzfried gegenüber vom Golfplatz. Und wer vom Rehgehege noch ein Stück nach Osten weitergeht, kurz den Golfplatz quert und sich dann auf der asphaltierten schmalen Straße bergauf hält, kommt zu einem kleinen Geheimtipp in Kempten: dem Hochbehälter Lenzfried. Von hier oben eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Stadt und den Bachtelweiher bis hin zu den Alpen. Gerade an klaren Herbsttagen zeigt sich das Panorama besonders eindrucksvoll – inklusive Infoschild mit den Namen der Berggipfel. Für Kinder wird der Weg dorthin schnell zum Abenteuer, denn auch der Wald rund um den Hochbehälter lädt zum Entdecken ein.
Durch den wilden Kalbsangsttobel
Gerade im Herbst sind Wanderungen mit Kindern besonders schön. Eine Tour, die Naturerlebnis, Abenteuer und eine herrliche Aussicht miteinander verbindet, führt durch den Kalbsangsttobel hinauf zum Mariaberg. Der Kalbsangsttobel ist ein echtes Naturerlebnis für Familien, die gerne abseits großer Wege unterwegs sind und die durchaus das Wandern gewöhnt sind. Der schmale Tobelweg führt durch eine wilde Landschaft mit Wald, Wasser und steilen Hängen, man sollte feste Wanderschuhe tragen. Kleine Kinder müssen an die Hand genommen werden oder in die Trage.
Beginn der Wanderung ist der Wanderparkplatz in der Nähe des Wiesenspielplatzes an der Mariaberger Straße. Zwei Wege gibt es durch den Tobel – auf der Nord- und der Südseite der Schlucht. Der Nordteil ist befestigt, der Südteil des Weges abenteuerlich. Und eben diese Naturbelassenheit ist das besonders Reizvolle am Kalbsangsttobel. Der Einstieg auf die Nordseite ist von der Straße aus beschildert. Der auf der Südseite ist von der Straße aus nicht deutlich zu erkennen, sondern muss erst ein bisschen gesucht werden. Hierfür wandert man die Mariaberger Straße bergauf und biegt hinter der ersten Brücke in einen Trampelpfad in den Wald ab. Der Weg hat kein Geländer. Hier gibt es umgestürzte Bäume, unter denen man hindurchklettern muss, und tiefe Matschpfützen können sich nach Regentagen über die Wege ziehen.
Oben angekommen, wendet man sich nach Süden Richtung Gipfel des Mariabergs – eines der beliebtesten Ausflugsziele rund um Kempten und zugleich der höchste Berg der Allgäu-Metropole. Etwa zehn Gehminuten unterhalb des Gipfels lädt ein Gasthaus zur Einkehr ein. Wer möchte, kann nun über die Mariaberger Straße zum Auto zurückwandern oder wieder nach oben steigen und über den Kalbsangsttobel zum Ausgangspunkt zurückgelangen. Das sind dann etwa 200 Höhenmeter und sechs Kilometer.
Text und Fotos: Eva Böglmüller
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