In Deutschland fließen pro Person und Tag durchschnittlich etwa 12 bis 13 Liter Trinkwasser in den Küchenabfluss. Hochgerechnet auf rund 85 Millionen Einwohner sind das täglich etwa eine Milliarde Liter Wasser. Ein Teil davon ist zu wertvoll, um im Abfluss zu landen. Im August 2023 macht sich Jonas Böck aus Immenstadt mit einer Idee auf den Weg, dieser Verschwendung entgegenzuwirken. Er gründet ein Start-up-Unternehmen und tut sich mit weiteren Unternehmen zusammen, um seine Idee eines Wassersammlers für die Küche Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen. SAVWA, abgeleitet von den beiden englischen Wörtern „save water“, geht in die Entwicklungsphase und steht nun kurz vor der Einführung in den Handel. „Sammeln – Aufbewahren – Wiederverwenden“ ist das Konzept, das hinter SAVWA steckt.
Es folgen die Erstellung eines Prototyps im September 2024, die Markenentwicklung und eine erste Produkteinführung im Januar 2025. Ab Juni 2025 konnten etwa 60 Wassersammler bei Kickstarter erworben werden. Inzwischen hat SAVWA verschiedene Auszeichnungen erhalten. Jonas Böck ist Ingenieur und weiß, worauf es ankommt. Er hat aber auch konkrete Vorstellungen, die ihm persönlich wichtig sind: Das Produkt soll hauptsächlich in Europa hergestellt werden, aus umweltfreundlichen Materialien sein und sich einfach und praktisch in die Küche integrieren. Nach vielen Labor- und Designtests – sogar das Geräusch des einlaufenden Wassers wurde bewertet – entstand ein Wassersammler aus recyceltem Glas mit einer Höhe von 214 mm, einem Öffnungsdurchmesser von 98 mm und einem Fassungsvermögen von 2,4 Litern. Er passt genau unter gängige Küchenarmaturen und in handelsübliche Küchenspülen. Auf den Filterteller aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 220 mm kann Obst oder Gemüse gelegt und gewaschen werden. Das aufgefangene Wasser wird im Behälter aufbewahrt und kann zum Beispiel zum Pflanzengießen wiederverwendet werden.
Und der Wassersammler bewirkt noch mehr: Jedes Mal, wenn sich Wasser im SAVWA sammelt, wird sichtbar, wie viel in nur wenigen Sekunden aus dem Wasserhahn fließt. Diese unmittelbare Erfahrung macht den eigenen Wasserverbrauch sichtbar. Er bleibt nicht abstrakt, sondern wird direkt erlebbar. Das kann langfristig dazu beitragen, bewusster mit Wasser umzugehen – etwa den Wasserhahn früher zuzudrehen oder insgesamt Trinkwasser sparsamer zu verwenden.
Wie entsteht eine solche Idee, und was braucht es, damit aus einer Idee Wirklichkeit wird? Darüber spricht Jonas Böck im Interview.
3 Fragen an...
Jonas Böck, Gründer und Erfinder von SAVWA
- Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Wassersammler für den Haushalt zu entwickeln?
Die Idee entstand tatsächlich aus einer ganz alltäglichen Situation auf meinem Balkon. Ich hatte es irgendwann einfach satt, meine Pflanzen im Sommer mit wertvollem Trinkwasser zu gießen. Deshalb habe ich angefangen, das Wasser zu sammeln, das beim Warten auf warmes Wasser oder beim Waschen von Obst und Gemüse ohnehin angefallen ist. Dabei habe ich schnell gemerkt: Das funktioniert zwar, aber nur mit irgendwelchen Schüsseln, Eimern oder Gießkannen – es gab kein Produkt, das sich dauerhaft und stilvoll in den Alltag integrieren lässt. Genau daraus entstand die Idee für SAVWA. Ich wollte eine Lösung entwickeln, die nicht nur praktisch ist, sondern auch Freude macht und so selbstverständlich auf der Küchenarbeitsplatte stehen kann wie andere hochwertige Küchenprodukte. Denn ich bin überzeugt: Nachhaltiges Verhalten setzt sich dann durch, wenn es einfach ist und Menschen gerne nutzen.
- Im Text steht schon einiges über die Entwicklungs-geschichte von SAVWA. Wie wird es jetzt weitergehen?
Nach mehreren Jahren Entwicklung liegt der Fokus nun auf der Markteinführung. Dafür arbeiten wir derzeit intensiv am Aufbau der Serienproduktion. Parallel bereiten wir den Vertrieb vor. Aktuell entsteht ein Netzwerk aus Premium-Küchenfachgeschäften, Design- und Concept Stores sowie ausgewählten Online-Händlern in Europa. Gleichzeitig wird der eigene Onlineshop für den Verkaufsstart vorbereitet. Besonders freuen wir uns darüber, dass SAVWA bereits vor dem Marktstart mehrfach international ausgezeichnet wurde – unter anderem mit dem German Innovation Award Gold. Solche Auszeichnungen schaffen Vertrauen und öffnen Türen für Gespräche mit potenziellen Handelspartnern.
- Welche Erfahrungen als Inventor, Founder und Start-up-Unternehmer waren für dich bislang am entscheidendsten und welche möchtest du unbedingt mit anderen teilen?
Mich begeistert vor allem, zu sehen, wie aus einer Idee ein internationales Produkt werden kann. Auf diesem Weg habe ich gelernt, dass Neugier, Ausdauer und die richtigen Partner entscheidend sind. Mein Rat an andere: Einfach anfangen und den Mut haben, die eigene Idee Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
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